Rückblick & Ausblick am Tag 3

Nun eine DE-Version zur Fahrt nach Prince Rupert und auf Haida Gwaii (Queen Charlotte Islands).
Im Sommeerhalbjahr 1988 war ich zum ersten und bis jetzt einzigen Mal auf der Nord-Insel. Die Fähre ab Prince Rupert navigiert keine direkte sondern eine Route, die einer Rinne folgt durch die untiefen Wasser zwischen Küste und Insel, was etwa 6 Std beansprucht.
Von Kaslo nach Prince Rupert sind es etwa 1700 km oder etwa von Zürich bis Oslo.

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Im Gegensatz zu europäischen Fernstrassen ist hier das Verkehrsaufkommen eher schwach. Am ersten Tag legten wir etwa 500 km zurück bis ins Cariboo (Lac la Hache zwischen 100 Mile House und Williams Lake; in der Karte bei den Minuten der Zeitangabe 18:48). Die Waldbrände hinterliessen ihre Spuren, eine wichtige Quer-Strasse vom Hwy 5 (Vancouver-Edmonton) zum Cariboo Hwy 97 (Vancouver-Prince George …Alaska) ist gesperrt für komerziellen Verkehr, Individual-Verkehr führt über (hübsche) Nebenstrassen.
Am zweiten Fahrtag hatten wir erst ‘mal Frühstück mit einem Freund aus dem Bella Coola Valley, der jetzt in Williams Lake wohnt (und evakuiert wurde zusammen mit 40’000 weiteren Einwohnern während drei Juli Wochen, als die Brände nahe Williams Lake, 100 Mile House und Cache Creek dem Hwy 97 entlang loderten).
Danach besuchten wir historische Stätten aus der Cariboo Goldrush Zeit.

Man dokumentiert auf allen devices. (Und wird beim Tippen Opfer von Korrektur-Automatismen, einer sprunghaften Tastatur und eigener, orthografischer Unsicherheit …es sollte z.Bsp. Haida Gwaii heissen, nicht Guaii.)

 

Es begann damals damit, dass BC (bzw New Kaledonia) innert einem Monat von 1000 Europa stämmigen Einwohnern auf 30’000 anwuchs. In der britischen Kolonie galt ‘British Colonial Law’ …der Revolver wird vor Betreten einer Kommune abgegeben. Ja, doch! Kein Wild West, und man konnte auch nicht unlimitiert viele ‘mineral claims’ registrieren. Halt eben nicht die unbegrenzten Möglichkeiten, wie in jenem Land, wo ein Verfassungszusatz es jedem garantiert, dass er seine eigene Schusswaffe tragen darf. Überall.
Aber halt nicht in Barkerville, in der britischen Kolonie, wo ein paar NW Mounted Police Beamte ausreichten, die wilden Goldsucher einigermassen zivil zu halten.

 

Und die Goldsucher wollten essen und so kamen die ‘cattlemen’, etwa in die O’Keefe Ranch bei Vernon, und so kamen die Ackerbauern und Obstpflanzer ins Okanagan und ins Lower Mainland (Fort Langley). Die Ordnung wurde durch überraschend wenige, beamtete ‘Würdeträger’ (eben NWMP, Richter, anglikanische Kirche und bald auch Schule) aufrecht erhalten. Aber die indigene Bevölkerung litt schrecklich an den auch eingeführten Krankheiten, insbesonder Pocken. Es starben wohl 4 von 5 Indianern, wenn nicht sogar der ganze Volksstamm. In den USA war alles noch viel brutaler – ‘Manifest Destiny’ rechtfertigte den Genozid.

Die Schlächterei von ‘Wounded Knee’ unter den Sioux ist nur ein Beispiel verfassungsrechtlich verankerten, US amerikanischen Imperealismus. Und der galt auf dem Festland gegen Indigene und die Spanier im Westen und SW genauso, wie etwa auch auf den Philippinen (1899). Weisser Suprematismus – und heute wieder virulent und vom Herrn mit dem orangen Haaren neu implementiert, dieweil die Kanadier das begangene Unrecht schleppend anerkennen wollen und sich mit Wiedergutmachungen abmühen.
Am zweiten Reisetag schafften wir es noch bis Vanderhoof, etwa eine Fahrstunde westlich von Prince George.

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Von hier brechen wir auf weiter nach Westen. Zuerst bleiben wir aber in Vanderhoof und besuchen das ‘Nechako River Bird Sanctuary’. Danach dann fahren wir durchs Bulkley Valley (u.a. Smithers) bis Hazelton, wo Totem Pfahl und Masken schnitzen unterrichtet wurde oder immer noch unterrichtet wird (NW Coast Carving School).

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